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Reingeschaut: Undercover – Ein Film von Philip Davis

Undercover FilmUndercover – Ein Film von Philip Davis (DVD, Laufzeit 98 min, absolut MEDIEN Berlin, ISBN 3-89848-029-1, 14,90 €)

Ehrgeizig und jung. Der Polizist John wird in die Londoner Hooligan-Szene eingeschleust, um die Drahtzieher der eskalierenden Stadion-Schlägereien ausfindig zu machen. Der Undercover-Einsatz bleibt nicht ohne Folgen: Je besser sich John in der hartgesottenen Welt der Hooligans durchsetzt, desto mehr erliegt er der Faszination seiner Rolle und wird schließlich selbst zur Schlüsselfigur der Szene. Die Grenze ist überschritten…

Der Film zeigt die Spirale, in die man gerät, wenn man den gewissen Kick der Gewalt, das Adrenalin braucht. Gewalt erscheint hier als Droge, deren Dosis immer weiter erhöht werden muss.

In diesem Film ist die Einstiegsdroge der Sonderauftrag, den der Hauptdarsteller als Polizist bekommt. Zu Beginn konsumiert er sie nur ganz zart und distanziert, da er ein intaktes Privatleben mit Haus und Frau führt und seine Karriere als Inspektor ganz nah vor Augen hat. Nach und nach allerdings erliegt er der Faszination von Gewalt, und sein ganzes Leben stellt sich dadurch komplett auf den Kopf. Im Endeffekt verliert er seinen Job, seine Frau hat ihn schon verlassen und das Haus wird von ihm in einem Anfall zerstört. Es sind keine äußeren Einflüsse, die ihn zu seinem Lebenswandel zwingen, es kommt von innen heraus. Er lebt für den Verein, in dessen Fanszene er nach den Drahtziehern der Gewalt forschen soll. Durch sein hohes Gewaltpotential erklimmt er in der Hooliganszene schnell die “Karriereleiter” und “erschlägt” sich seinen Weg nach oben in der Hierarchie.

FSK 12 finde ich persönlich für diesen Film als zu niedrig eingestuft. Man sieht zwar in dem Film nicht wirklich, wie sich ein Messer in den Körper eines anderen bohrt oder ähnliches, aber die Aussage des Films, dass man in der gewaltbereiten/-suchenden Hooliganszene viele Freunde hat und durch “hart sein” weit kommen kann, erschliesst sich einem 12-Jährigen vielleicht nicht so, wie es eigentlich gemeint ist. Wenn überhaupt, sollten sich Eltern den Film gemeinsam mit ihren Kindern anschauen und danach darüber diskutieren.

Noch einige Stimmen zu dem Film: – Berliner Zeitung: “Intensiv und mitreißend… absolut sehenswert!” – Kölner Stadtanzeiger: “Ungemein packend!” – Hamburger Rundschau: “Atmosphärisch dicht und fesselnd… ein Glücksfall fürs Kino!” – Morgenpost Hamburg: “Ein kontroverses Portrait, das für viel Diskussion sorgt.” – Süddeutsche Zeitung: “Philip Davis wagt sich in jene Grauzonen der bürgerlichen Gesellschaft, in der die üblichen Vorurteile von gut und böse versagen. Ersetzt seine Helden – und mit ihnen seien Zuschauer – durchaus der Faszination aus, die diese gewalttätige Welt verströmt, wenn man in ihren Bannkreis gerät. Und eben deshalb ist dieser Film faszinierend.”

Wenn ich den Film auch nicht ganz so hoch loben möchte, muss ich dennoch sagen, dass er mir insgesamt gefallen hat. Unter anderem auch wegen seines nicht vorhersehbaren Endes.

Wir bedanken uns beim Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

Autor Chris Schneider
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