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Red Bull Salzburg – Ein Kommentar

Nachdem Red Bull Chef Didi Mateschitz den österreichischen Bundesligisten SV Austria Salzburg übernahm, wurde aus einem Abstiegskandidaten schnell ein Favorit auf den Meistertitel. Mateschitz holte neue Topspieler wie Lokvenc oder Zickler, Kurt Jara als Trainer und baute das Stadion aus. Somit sollten in Salzburg doch alle zufrieden sein, oder etwa nicht?

Fans wurden belogen

Eher nicht. Denn Mateschitz machte noch viel mehr als das. Als erstes änderte er den Klubnamen in Red Bull Salzburg. Das wäre aber nicht das größte Problem gewesen. In einem seiner ersten Interviews nach der Übernahme meinte Mateschitz, dass er auf Tradition großen Wert lege und dass die Klubfarben (violett-weiß) nicht geändert werden. Dies wurde auch bei der ersten Generalversammlung bestätigt.

Bei der Präsentation der neuen Dressen erlebten die Fans der violetten Austria ihr blaues Wunder. Das neue Heimdress war rot-weiß, das Auswärtsdress blau-weiß! Nichts mehr übrig von dem Versprechen, die Klubfarben beizubehalten. Seit dem gehen die Red Bull Salzburg Austria Salzburg Fans auf die Barrikaden – zurecht.

Proteste bei Testspielen

Schon beim ersten Testspiel von Red Bull gab es einen friedlichen Platzsturm einer Gruppe von Salzburgern – ganz in violett gekleidet. Auf ihrem Transparent war zu lesen Violett-weiß seit 1933. Schon von da an war vielen bewusst, dass ihr Verein Austria Salzburg gestorben ist. Dennoch gingen die Proteste weiter.

Letzter Verein – SV Salzburg

Natürlich sind nicht alle Salzburger gegen Red Bull. Viele freuen sich, dass ihr Verein wirtschaftlich saniert ist und nun eine Topmannschaft besitzt. Es gibt nicht wenige die glauben, dass Red Bull Salzburg der gleiche Verein ist wie früher Austria Salzburg, nur mit anderen Farben. Aber was bleibt einem Verein noch, wenn man ihm Farben, den Namen und die Tradition nimmt?

Kurios: Auf der neuen Homepage des Vereins steht bei den Spielern, die beim Vereinblieben bleiben durften, als letzter Verein SV Salzburg. Ergo: Der Verein SV Austria Salzburg existiert nicht mehr.

Kein Fußballspiel – ein Event

Beim ersten Heimspiel der Red Bulls wurde klar, dass die violette Anhängerschaft im neuen Stadion nicht geduldet wird. Willkürlich wurde Angängern des Salzburger Vereins befohlen, ihre violetten Schals nicht ins Stadion zu bringen, ansonsten wird der Eintritt verwehrt.

Im Stadion selbst glich das Ganze eher einem Zirkus als einem Meisterschaftspiel. Pantomimedarsteller, ein Fallschirmspringer der im Stadion landet, eine Lasershow, Animateure, die benötigt werden, um Stimmung zu machen (was ziemlich fehlschlug) oder ein David Coulthard, der einen Ehrenanstoss machen durfte.

Als es dann endlich soweit war und Fußball gespielt wurde, hörte der Wahnsinn noch nicht auf. Während des Spiels waren immer wieder Musik-Einlagen und sogar Kommentare des Stadion-Sprechers zu vernehmen. Diese wurden natürlich vom Schiedsrichterteam unterbunden.

In der zweiten Halbzeit hatten dann die Stadionordner ihren Auftritt. Die mitgereisten Fans des SV Mattersburg präsentierten aus Solidarität mit den Salzburgern ein Transparent mit der Aufschrift Stopp dem Rinderwahn. Dieses blieb aber nicht lange erhalten, da die Ordner vor dem Gästesektor diesen stürmten und das Transparent zerrissen.

Fanszene zeigt sich solidarisch

Die Mattersburger waren nicht die einzigen, die sich solidarisch mit den Violetten zeigten. Die GAK-Anhänger hatten zum Saisonauftakt ein Transparent Red Bull fügt Ihnen und den Menschen in Ihrer Umgebung erheblichen Schaden zu angebracht. In Ried hatten die Fans der Heimischen Show macht nur Idioten froh – Nie mehr Red Bull Whiskeyproklamiert.

Sogar im Züricher Derby gab es Kundgebungen für violett-weiss. Austria Salzburg: Red Bull verdient Prügel & belebt Solidarität konnte man auf einem Transparent lesen. Auch in Deutschland wurde man auf Red Bull aufmerksam, so hatten die Fans von Wacker Burghausen folgende Transparente gestaltet: Für Wacker bleibt ihr die Austria in violett-weiss und Mit Geld kann man nicht alles kaufen.

Zumal es auch sportlich in den ersten drei Spielen nicht so lief wie erwünscht (2 Niederlagen), muss sich Mateschitz Gedanken machen, ob das die Promotion ist, die er wollte.

Auf der Homepage der Ultras Rapid, größter Fanclub des Rekordmeisters Rapid Wien, ist folgendes zu lesen:

Wie jeder von uns in den letzten Wochen lesen konnte, hat Red Bull die Salzburger Austria übernommen und aus dem Traditionsverein den FC RedBull gemacht. Red Bull ging dabei aufs Ganze und hat praktisch alle Interessen der treuesten Fans ignoriert. Nicht einmal das kleinste Entgegenkommen – in den (offiziellen Klubfarben) violett-weiss zu spielen – wurde bis dato erfüllt.
Trotz intensivster Rivalität mit der Salzburger Fanszene sehen wir uns dazu gezwungen, uns mit den Anliegen der Salzburger Fussballfans solidarisch zu erklären. Fussball ist für uns alle mehr als ein gekünsteltes Event mit austauschbaren Fans, Farben, Klatschhänden, Lichteffekten und eingeplärrter Lautsprechermusik.
WIR könnten die nächsten sein!
Fussball für Fans.

Ausschreitungen in Ried

Solidarität allein genügt aber nicht, um die Gegenpartei zu überzeugen. So warfen die Salzburger Fans beim Auswärtsspiel in Ried nach exakt 19 Minuten und 33 Sekunden (1933 wurde Austria Salzburg gegründet) bengalische Lichter auf das Spielfeld, das Spiel musste kurz unterbrochen werden. Daraufhin gab es im Auswärtsblock kleine Reibereien zwischen Red Bull Fans und Austria Salzburg Anhängern. Nach dem Spiel (Ried siegte 3:0) feierten die Salzburg Anhänger mit der Rieder-Mannschaft und machten sogar die Welle gemeinsam.

Dieses Ereignis veranlasste den Vorstand von Red Bull dazu, Stadionverbote auszusprechen. Die Fangruppe Union ´99 Ultra Salzburg berichtete über ein Informationsschreiben, adressiert an Mitglieder, die über pro-violett-weiße Fanklubs Abos und Dauerkarten erworben haben. Die Botschaft des Schreibens: Man sei im Stadion nicht mehr erwünscht.

Die Aussendung betreffe aber auch jene, die in dieser Saison noch kein Spiel der Red Bulls vor Ort mitverfolgt haben und demnach auch nicht an den Protesten und Ausschreitungen teilnahmen. Der Verein bestätigte dies und gab als Grund einentechnischen Fehler an.

Feindbild Kurt Wiebach

Initiator dieser Stadionverbote ist laut vielen Fans der Red Bull Geschäftsführer Kurt Wiebach, der wegen vieler provokanter Zitate zum Feindbild bei der violetten Anhängerschaft geworden ist.

Red Bull ist ein Unternehmen, dass im Marketing keine Kompromisse eingeht. Und so wie Jaguar zur Formel 1-Vergangenheit gehört, zählt auch Austria Salzburg zur Geschichte des Fußballs. Damit werden sich die Fans abfinden müssen. So die eindeutige Aussage von Wiebach.

Trainer Kurt Jara war schon sehr erbost über die Fans und meinte: Diese Fans gehen mir schon auf die Nerven, die sind vor zehn Jahren noch in kurzen Hosen gegangen und reden von Tradition. Wenn sie einen violett-weißen Klub wollen, dann sollen sie einen gründen.

Auch der Berater von Mateschitz, Franz Beckenbauer gab seinen Senf dazu: Es ist egal ob man in lila, blau, grün, gelb oder was auch immer spielt, das einzig Wichtige ist, dass die Mannschaft erfolgreich spielt.
Ich würde gerne sehen, ob der Kaiser das auch sagen würde, wenn Bayern München nicht mehr in rot-weiß spielen würde.

Jeder mag eine etwas andere Meinung um über Red Bull Salzburg haben. Eines ist aber klar – ich trinke keinen Red Bull mehr.

Initiative Violett-weiß

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Autor Chris Schneider
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