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Informers Abgegrätscht – Bundestrainer Löw und das Personal der Nationalelf

abgegraetschtAm 6. Mai 2010 will “Bundesjogi” Joachim Löw den wartenden Fußball-WM-Fans den Ball der Fußballweisen präsentieren und den Kader benennen, mit dem Deutschland den Kurs Richtung Titelgewinn ins Visier nehmen will. Und gab es zur Präsentation des Kaders für die EM 2008 auf der Zugspitze noch eine Pressekonferenz in der Kategorie “Big Bang”, so soll der Kader für die WM 2010 “en passant” bekannt gemacht werden. Höögschte Disziplin also im Unternehmen Titelgewinn? Zumindest eins will Löw beibehalten: Er will zunächst wieder mehr als 23 Kandidaten benennen, erst am 5. Juni 2010 muss der Kader dann auf 23 Mann reduziert werden. Zur EM 2008 hatte Löw ursprünglich 26 Spieler benannt.

Löws richtiger Riecher für das Falsche

Keine sechs Wochen vor der Bekanntgabe kochen die Töpfe mit der Nationalmannschaftssuppe über: Personalprobleme in quasi allen Mannschaftsteilen und Diskussionen um Kevin Kuranyi lassen die WM-Vorplanung zum Alptraum für Löws vermutlich letzte WM mit den deutschen Farben werden. Denn sein Handeln lässt Löw nicht gerade als Mensch mit Ahnung erscheinen: Kaum hatte der Noch-Trainer das Luxusproblem auf der Sechser-Position gelöst und den alternden Bremer Torsten Frings trotz ordentlicherer Leistungen in Löw-Manier angeschossen und ausbluten lassen, begann dort die Seuche: Ex-Schwabe Thomas Hitzlsperger spielte sich bei Lazio Rom inzwischen komplett außer Form, der Leverkusener Simon Rolfes ist verletzt und der alternde Torsten Frings wurde in Löw-Manier (nichts sagen, wenig handeln) aussortiert. Wenn der Bänderanriss von Sami Khedira (Stuttgart) nicht rechtzeitig verheilt, bleibt nur noch die Lösung Bastian Schweinsteiger – er würde dann aber im rechten Mittelfeld fehlen. Die Frage, mit welcher Besetzung Löw die Defensive bestücken will, gehört zu den interessanteren, wenn es um die Nationalmannschaft geht. Tauchen eventuell Namen wie Christian Träsch auf?

Löws Entscheidungen – Pech oder Unvermögen?

Als Löw sich für René Adler als Nummer 1 auf der Linie aussprach, begann der zu patzen wie Pannen-Olli (Reck) zu besten (schlechtesten) Zeiten. Das Sturmproblem der Nationalelf ist für Löw inzwischen genauso anhänglich geworden wie sein Schatten. Löws Auserwählte Miroslav Klose und Lukas Podolski haben in ihren Vereinen München und Köln Mühe, noch den Nachweis der Zweitklassigkeit zu erbringen, oder Bayern-Stürmer Mario Gomez ist weit von der Bestform entfernt. Leverkusens Stefan Kießling verletzte sich. Lediglich der vor einem Vereinswechsel stehende Deutsch-Brasilianer Cacau zeigt sich in WM-Form. Bei Löws goldenem Berufungshändchen steht Cacau wohl in den nächsten drei Wochen eine langwierige Verletzung ins Haus.

Löws Ende – mit oder ohne Kuranyi?

Womit der Blick auf den ungeliebten 28-jährigen Schalker Kevin Kuranyi fällt. Vom Verbal-Tsunami Franz Beckenbauer bis hin zur Trainerinstitution Quälix Magath wird eine Begnadigung Kuranyis für die Nationalelf gefordert, Mittelfeldmensch Bastian Schweinsteiger hält dessen Rückkehr für ausgeschlossen. Löw selbst hatte das Ex-Nutella-Gesicht Kuranyi im Oktober 2008 “lebenslänglich” von der Nationalmannschaft verbannt, weil der sich nach seiner Nichtaufstellung im Spiel gegen Russland kommentar- und grußlos subtrahiert hatte. Im Falle einer Wiederberufung geht Löw natürlich einen Gesichtsverlust ein (den er angesichts seines bevorstehenden Abgangs verschmerzen könnte), Kritiker sagen, dass das Spielsystem der Nationalmannschaft überhaupt nicht für Kuranyi geeignet sei. Blickt man auf die Geschichte der Nationalmannschaft, fallen mit Verbannungen von Stefan Effenberg und Lothar Matthäus welche ins Auge, die wieder aufgehoben wurden, weil die “besten Spieler zur WM müssen”, wie der chronisch vereinssuchende Lothar Matthäus sagt. Freilich fällt mit Uli Stein auch ein Fall auf, bei dem es keine Gnade gab. So oder so: Im Fall Kuranyi kann Löw wieder nur verlieren…Sollte ihm das etwas sagen?

Lösung durch ein Testspiel

Vielleicht hilft der letzte Test am 3. Juni 2010 gegen Bosnien-Herzegowina in Frankfurt noch, unklare Meldungen der Netzhaut zu schärfen. Auch die dreitägige Zusammenkunft der DFB-Handelnden hat keine neuen Erkenntnisse hervorgebracht. Ob mit Überraschungen bei der Benennung des WM-Kaders zu rechnen ist, muss deshalb abgewartet werden. Wenn Löw seine eigene Philosophie umsetzt, nach der es keine Erbhöfe und Kaderplätze für ehemals gute Leistungen gibt, sollte das Namenskarussell für das Abenteuer WM in Südafrika aber einige Neuerungen aufweisen.

Autor Chris Schneider
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