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Eingeworfen: Borussia Mönchengladbach – steht der „Mythos“ vor dem Kollaps?

Eingeworfen„Die Hoffnung stirbt zuletzt”, ist ein gern gebrauchtes Zitat, wenn ein Fußballverein dem Abstieg entgegen trudelt. So auch bei Borussia Mönchengladbach. Dazu gesellen sich dann altbekannte Floskeln wie: “Wir kämpfen bis zur letzten Sekunde” (Dante) oder: “Wir müssen aber auch in gewissen Situationen cleverer agieren. Aber dennoch lassen wir jetzt den Kopf nicht hängen, sondern blicken nach vorn auf das Spiel in Frankfurt” (Stranzl). Aber ist das angesichts der katastrophalen Situation angebracht, in der der Rückstand größer und die Spieltage weniger werden?

Den dritten Abstieg vor Augen…

Borussia Mönchengladbach steht mit sechs Punkten Rückstand zum rettenden Ufer am Tabellenende der 1. Bundesliga, aufgrund der miserablen Tordifferenz und der Flut an Gegentoren, die in sämtlichen oberen Spielklassen ganz Europas absolute “Spitze” ist, sind es eigentlich sogar sieben. Der dritte Abstieg nach 1999 und 2007 nimmt konkrete Formen an, nur noch ein so oft beschworenes Fußballwunder könnte dies verhindern. Die üblichen Sprüche aus der Mannschaft und den Verantwortlichen bestimmen schon lange die Schlagzeilen. Unisono hört man aus den Durchhalteparolen, dass man nicht so schlecht sei, dass die Ansätze da sind und der Schalter umgelegt werden muss.

“Das war kein Endspiel, wir haben noch 15 Spiele und sind gut beraten, uns nicht mit den anderen Teams zu beschäftigen, sondern selbst unsere Punkte zu holen.” (Trainer Michael Frontzeck)

Es ist dabei richtig, dass man nur auf sich selbst schaut und die Konkurrenz erstmal außer acht lässt, auch wenn diese fleißig punktet und so das ganze Unterfangen noch schwieriger macht. Die Borussia hat an ihrem Trainer festgehalten und war sich der Schwere der Mission durchaus im Klaren. So gut gemeint die Entscheidung pro Frontzeck auch war, so löblich war auch der Gedanke an Kontinuität und der konsequenten Fortführung des eingeschlagenen Weges. Aber waren diese Planspiele auch die richtigen? Hätte man nicht neben der Verpflichtung von drei neuen Spielern mit einem Wechsel auf der sportlichen Kommandobrücke einen neuen Impuls setzen müssen, der vielleicht nochmal neue Kräfte freigesetzt und der Mannschaft neues Leben einhaucht? Es ist müßig darüber zu diskutieren, Sportdirektor und Vorstand haben sich so entschieden und müssen nun zu dieser Entscheidung stehen – und hoffen, dass Borussia die Klasse hält. Denn längst hat sich Widerstand formiert, die Opposition kommt mehr und mehr aus der Deckung. Ein Teil mit Namen “Initiative Borussia” fordert neben weit reichenden Reformen an der Satzung auch die Ablösung des Präsidenten, des Trainers und des Sportdirektors. Und so könnte mit dem Abstieg der Borussia, der sicherlich eine Katastrophe wäre, der gesamte Club bis in die Grundfesten erschüttert werden und vor einer knüppelharten Zerreißprobe stehen, deren Ausgang momentan keiner wirklich vorhersagen kann. Doch die Mitgliederversammlung ist erst für Ende Mai angesetzt. Man wird abwarten müssen, welches der Lager bis dato Pluspunkte sammelt. Dies hängt wohl in erster Linie vom weiteren Abschnitten der Bundesligamannschaft ab, die nun einmal das Aushängeschild des Vereins ist und im Mittelpunkt des Interesses steht.

“Die Hoffnung stirbt zuletzt…”

… ist mehr als nur eine Phrase. Und so hat das Wort am Niederrhein Hochkonjunktur. Hoffnung, verbunden werden damit Träume und Wünsche. In Gladbach ist dies das Ende der sportlichen Krise, an deren Ende der Klassenerhalt steht. Doch bietet die sportliche Situation überhaupt Nährboden für solche Gedanken? Beim Blick auf die nackten Zahlen muss man dies deutlich verneinen. Die Fohlen haben die Bilanz eines Absteigers: 13 Punkte nach 19 Spieltagen sind praktisch ein Offenbarungseid, die Heimbilanz ist dabei die Krönung des ganzen Dilemmas. Im heimischen Borussia-Park konnte in dieser Spielzeit noch kein einziges Spiel gewonnen werden, der letzte Heimsieg datiert aus dem April. Obwohl diese Fakten Bände sprechen und die Lage für die Borussia ziemlich aussichtslos erscheint, klammern sich einige am letzten Strohhalm, solange der Abstieg rein rechnerisch noch zu vermeiden ist. Ein verklärter Blick für die Realität, oder doch mehr?

“Die lächerlichsten und die kühnsten Hoffnungen sind manchmal die Ursache außerordentlicher Erfolge gewesen.“
(Luc de Clapiers, Marquis de Vauvenargues)

Natürlich kann sich die Elf vom Niederrhein noch am eigenen Schopf aus dem Dreck ziehen. Es ist eigentlich auch unverständlich, warum die Mannschaft so weit abgeschlagen am Tabellenende steht. Im Grunde besitzt der Kader genügend Qualität, um das anvisierte Ziel – einen Platz im sicheren Mittelfeld – zu verwirklichen. Auch wenn es in der Hinrunde große Probleme mit Verletzungen einiger Leistungsträger gab und man sich durch Undiszipliniertheiten und daraus resultierenden Sperren selbst schwächte, reichen diese Tatsachen nicht aus, um den Absturz zu rechtfertigen. Dies erklärt nicht, warum die Mannschaft nicht in der Lage ist, Führungen über die Zeit zu bringen und regelmäßig auseinanderbricht. Das erklärt auch nicht, warum die Spieler nicht ihr Optimum abrufen und so viele individuelle Fehler produzieren. Nur ganz selten konnte die Borussia überzeugen und dabei aufzeigen, was möglich ist. Aus diesen wenigen Auftritten ziehen sowohl die Spieler, die Verantwortlichen als auch die Anhänger nun die Hoffnung, dass das Ruder noch herumgerissen wird und man den Super-Gau verhindern kann.

“Die Hoffnung ist das übelste aller Übel, weil sie die Qual der Menschen verlängert.”(Friedrich Nietzsche)

Aber grau ist alle Theorie: Die Wahrheit liegt auf dem Platz! Und da ist jetzt jeder einzelne bei Borussia gefordert. Den Worten müssen Taten folgen, jeder muss sich voll reinhängen, sein Leistungsvermögen ausschöpfen und persönliche Interessen hinten anstellen. Störfeuer aus dem Mannschaftskreis darf es nicht geben. Jetzt wird sich zeigen, welchen Charakter die Spieler wirklich haben. Beim Scouting wurde nach Aussagen von Eberl ja großen Wert auf die richtige Einstellung und Integrationsfähigkeit geachtet. Jetzt kommt die Nagelprobe, durch die Raul Bobadilla augenscheinlich schon durchgefallen ist. Der argentinische Stürmer erwies sich als Hitzkopf und wurde zunächst einmal aussortiert. Konsequent ist seine Ausleihe nach Saloniki allerdings nicht. Denn wenn er wirklich der unbelehrbare Stinkstiefel ist, wie es nach außen hin kolportiert wird, dann hätte man ihm keine Brücke für die nächste Saison bauen dürften. Dann wäre eine Vertragsauflösung das richtige Zeichen an den Rest der Mannschaft gewesen. Inwieweit das Tischtuch zwischen Trainerstab, der Mannschaft und dem Argentinier wirklich zerschnitten war, lässt sich von außen nur schwer beurteilen. Fakt ist, dass Borussia um eine Alternative im Sturm ärmer ist. Die Frage ist, ob sich ein Club, der die rote Laterne mit sich herumschleppt, so etwas leisten kann?

Die nächsten Wochen und Monate – oder doch bloß Wochen? – werden zeigen, was mit der Borussia passiert. Die große Anhängerschaft wird bis zum bitteren Ende oder bis zum Klassenerhalt mitfiebern und mitleiden, Tränen vergießen oder im Jubel aufgehen. Egal, es sei daran erinnert, dass Fußball nicht alles ist im Leben!

“Nichts ist auf dieser Welt von Dauer. Nicht einmal unsere Sorgen.” (Charlie Chaplin)

In diesem Sinne, ein mitleidender Borusse…

Autor Chris Schneider
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