Wettanbieter Vergleich/Allgemein/Abgebloggt – 28/34: Sag beim Abschied leise Servus

Abgebloggt – 28/34: Sag beim Abschied leise Servus

MAG abgebloggtDas Spieltags-Tagebuch des MAG. Heute verabschieden wir den 1. FC Kaiserslautern, dessen dritter Abstieg aus dem Oberhaus wohl nicht mehr zu vermeiden ist, sowie den bei Bayer 04 Leverkusen gescheiterten Robin Dutt. Und auch beim 1. FC Köln verdichten sich die Anzeichen auf einen Wechsel auf der Position des Cheftrainers.

Pfälzer Abgesang

Was waren das 1996 für ergreifende Bilder, als Andreas Brehme den ersten Abstieg derRoten Teufel jämmerlich vor laufenden Kameras beweinte und an der Schulter von Rudi Völler Trost suchte – ganz Fußball-Deutschland litt bei diesem Drama und hatte Mitgefühl mit den Traditionsclub aus der Pfalz. Nach dieser Saison wird der FCK aller Voraussicht nach zum dritten Mal aus der höchsten deutschen Spielklasse abgestiegen sein, ein Szenario wie vor 15 Jahren wird dabei aber Ausbleiben. Natürlich wird die Region in Anbetracht des sportlichen Niedergangs am Boden zerstört sein, aber im Großteil Deutschlands wird man die Tatsache gelassen hinnehmen und allenfalls die Daumen für einen baldigen Wiederaufstieg drücken.

Die Roten Teufel haben in den letzten Jahren viel von ihrer Reputation eingebüßt, sie sind ein Club wie viele andere. Zu lange liegen die erfolgreichen Zeiten zurück, als dass man davon noch zehren könnte, der Mythos Betzenberg war einmal. Die Misswirtschaft vor einigen Jahren hat deutliche Spuren hinterlassen. Finanziell und sportlich schwer angeschlagen war der FCK, schien aber unter Stefan Kuntz auf dem besten Wege, diese Altlasten mehr und mehr vergessen zu machen und sich wieder fest in der Bundesliga etablieren zu können. Doch nun zeigt sich, dass die Transferpolitik der beiden letzten Jahre zum Rohrkrepierer wird – anstatt den Kader qualitativ besser aufzustellen, ging ein Großteil der Substanz verloren. Die Verantwortlichen hatten kein glückliches Händchen in Sachen Neuverpflichtungen. Auch die Aktivitäten in der Winterpause brachten nicht die erhofften Impulse, der letzte Pfeil im Köcher war die Entlassung von Marco Kurz – und auch diese Maßnahme scheint wirkungslos zu verpuffen. Kaiserslautern ist seit nunmehr 18 Spielen ohne Sieg und stellt mit ganz mageren 17 Treffern den mit Abstand schwächsten Angriff der Liga. Das sind keine guten Vorzeichen, um in den verbleibenden sechs Partien noch auf den Klassenerhalt zu hoffen und die acht Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz wettzumachen. Das wäre schon ein mittelgroßes Fußballwunder. Nein, Kaiserslautern befindet sich auf dem Weg in die Zweitklassigkeit … und dies ohne lautes Aufheulen.

Dutt hat fertig, Solbakken wohl auch

0:2 verlor Bayer 04 Leverkusen vor eigenem Publikum gegen den SC Freiburg und brachte damit das Fass zum überlaufen. Die seelenlose Vorstellung der Werkself beobachtete ein ebenso lethargischer Robin Dutt von der Seitenlinie. Er wusste wohl, dass die Pleite gegen seinen Ex-Verein sein Ende zu bedeuten hatte. Und so war seine Entlassung am gestrigen Sonntag dann auch keine Überraschung mehr. Die Ehe zwischen Dutt und Bayer hielt nicht einmal eine Saison, es passte einfach nicht. Für eine teure Mannschaft mit so viel Qualität und starken Individualisten in ihren Reihen, waren die Ergebnisse und vor allem die Art und Weise der Auftritte viel zu wenig. Nur ganz selten konnte Leverkusen das vorhandene Potenzial wirklich abrufen, größtenteils regierte allerdings das graue Mittelmaß – und das kann sich Bayer einfach nicht leisten.

Dutts Ära ging ohne großen Knall zu Ende, beide Seiten wussten wohl schon länger, dass man gemeinsam nicht alt werden würde. Eine gute Figur gaben die Verantwortlichen des Clubs bei der Trennung allerdings nicht ab. Unter der Woche wurde dem Coach nach außen hin noch der Rücken gestärkt und dazu wahrscheinlich ein Dauergebet gehalten, dass gegen den SC Freiburg ein Sieg herausspringt. Daraus wurde nichts und so wohl die Kehrtwende eingeleitet. Dass etwas im Verhältnis zwischen der Mannschaft und dem Trainer nicht stimmen konnte, war aber seit längerem eigentlich augenscheinlich – hier hat man intern versagt.

Auch in Köln steht der Trainer vor dem Aus. Ståle Solbakken war mit großem Erwartungen begrüßt worden, und auch der Norweger freute sich richtig auf die deutsche Bundesliga. Ob er dies heute noch tut, darf man bezweifeln. Er erlebte in Köln eine Saison wie im Tollhaus, es ging drunter und drüber im Geißbockheim. Ein Paradebeispiel dafür ist der gestrige Sonntag. Zunächst verbreiteten die Medien, dass Solbakken gefeuert ist, dann folgte eine Pressemitteilung, dass er doch im Amt bleibt und noch eine Chance bekommt. Allerdings würde sich künftig die Aufstellung der Mannschaft und die Trainingsarbeit ändern. Viel Spaß in diesem sehr angenehmen Umfeld, Herr Solbakken!

Top & Flop

TopDaumen hoch für den SC Freiburg, der momentan die Liga rockt. Die Breisgauer haben die Rote Laterne längst abgegeben und stehen mittlerweile auf den 13. Platz. Fünf Spiele ist man ohne Niederlage und hat die letzten drei sogar allesamt gewonnen. Wer hätte das gedacht? Die Umbaumaßnahmen in der Winterpause, zu denen auch die Inthronisierung von Trainer Christian Streich und der Verkauf von Goalgetter Cissé gehörte, erwiesen sich allesamt als gelungene Schachzüge. Streich hat das Team wiederbelebt, Freiburg spielt wieder jenen unbekümmerten, schnellen und technisch versierten Fußball, der sie jahrelang ausgezeichnet hat. Noch sind die Freiburger nicht durch, aber derzeit spricht vieles dafür, dass man auch im nächsten Jahr in der Beletage kicken wird.

FlopFriedhelm Funkel hat während seiner langen Karriere als Spieler und Trainer schon viel erlebt. Mit mehr als 1100 Einsätzen in der 1. und 2. Bundesliga ist er Rekordhalter, und doch erlebte er in dieser Saison ein Novum: Funkel wurde in einer Saison gleich zweimal gefeuert. Nachdem ihm der VfL Bochum am 14. September 2011 den Laufpass gab, beendete Alemannia Aachen am gestrigen Sonntag das Arbeitsverhältnis mit dem Fußballlehrer. Die Nachricht wurde Funkel per Telefon mitgeteilt, was eine eher unschönen Art ist und vielleicht das zweite Novum sein dürfte.

Autor Chris Schneider
noch keine Bewertung
0 Kundenrezensionen
5 Sterne
0
4 Sterne
0
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Stern
0
Sag uns deine Meinung zum Anbieter / Thema
Kundenrezension verfassen
Noch keine Kundenrezension vorhanden. Sei der Erste!

Jetzt eine Bewertung schreiben!

Bewertung: