Wettanbieter Vergleich/Allgemein/[1. Bundesliga 2012/13] Die MAG-Halbzeitbilanz: Eintracht Frankfurt – Die Spaßfußballer

[1. Bundesliga 2012/13] Die MAG-Halbzeitbilanz: Eintracht Frankfurt – Die Spaßfußballer

Heute kümmern wir uns im Rahmen unserer MAG-Halbzeitbilanz um den hessischen Traditionsklub Eintracht Frankfurt, der sich nach gut überstandenem Betriebsunfall runderneuert im Oberhaus zurückgemeldet hat. Mit eigener Identität, neuem Outfit sowie frechem Spielstil wollten die Rückkehrer Duftmarken in der Beletage des Fußballs setzen. Nach 17 Spieltagen stellen wir fest: es duftet nach mehr.

Wir bedanken uns bei unserem Gastredakteur Mario, der die Vorschau über die – sich im Höhenflug befindenden – Adler verfasst hat.

Eintracht Logo

Eintracht Frankfurt

Die Hinrunde

Natürlich verfolgen auch Aufsteiger eine gewisse Strategie. Meistens stehen sie kompakt im Abwehrverbund, zerstören das Spiel des Gegners und lauern auf Konter. Nicht, dass das verwerflich wäre. Im Gegenteil. Der Unterschied in den Klassements lässt fast nichts anderes zu. Zu groß ist die Bandbreite zwischen der zweiten Bundesliga und dem Oberhaus. Da heißt es erst mal die Klasse sichern um sich dann irgendwie dort oben zu etablieren.
So läuft das eben in der Bundesliga. Und die Hessen wissen wovon sie reden, sind etliche Male ab- und wieder aufgestiegen. Trainer sind gekommen und gegangen. Geändert hat sich nichts. Zumindest im Wesentlichen blieb immer alles beim alten. Die Verhältnisse im bezahlten Fußball sind eben zementiert. Heribert Bruchhagen weiß das. Man kann auch nicht behaupten, dass sich der Vorstandsboss der Hessen bis dato unwohl in seiner Rolle fühlte. Aufgegeben hat er sie dennoch – zwangsweise.

Eintracht stürmt

Alex Meier – der beste Meier, den es je gab / Foto: Stefan Krieger / Fr-online.de

Eintracht Frankfurt hat sich nach dem letzten Abstieg völlig neu aufgestellt, mit Manager Bruno Hübner sowie Trainer Armin Veh eine komplett neue sportliche Leitung installiert. Diese Entscheidung war richtungweisend.
Seitdem die beiden das Zepter bei der Eintracht übernommen haben, hat sich der Verein praktisch neu erfunden. Vorbei ist das Gerede vom zementierten Mittelmaß. Vorbei die Zeit vom Rumpelfußball. Es wurde eine Strategie entwickelt und seitdem tagtäglich gelebt. Eintracht Frankfurt ist innerhalb von eineinhalb Jahren von einem mausgrauen Abstiegskandidaten zu einem Vorzeigeklub gereift, der schönen Fußball zelebriert, der eine ganze Reihe heiß begehrter Profis im Kader hat und der, man höre und staune, auf einem Champions-League-Platz überwinterte. Doch wie lange dürfen die zahlreichen Fans am Main und Umgebung diesen Traum noch leben?

Wir haben Stefan Krieger, redaktioneller Mitarbeiter der Frankfurter Rundschau und bekennender Eintracht-Fan, zum Interview gebeten. Durch seine Tätigkeiten für die Online- sowie I-Pad-Ausgabe der Zeitschrift beschäftigt sich Krieger vor allem mit dem hessischen Bundesliga-Klub und ist verantwortlich für Blog-g, der Diskussionsplattform von FR-online. Er ist also nah dran am Geschehen der Eintracht. Sowohl beim Training, als auch an Spieltagen spürt Krieger die Stimmung, die derzeit im Klub herrscht. Grund genug für das MAG, da mal nachzufragen.

fotograf

Interviewpartner Stefan Krieger

Mario: Als wir vom MAG im Sommer der Eintracht eine sorglose Saison prophezeit haben und den Hessen einen einstelligen Tabellenplatz voraussagten, wurden wir belächelt. Nach 17 Spieltagen verkehrte Welt. Wer weiterhin vom Ziel Klassenerhalt spricht, gilt als Meister des Unterstatements. Die Eintracht rangiert auf Platz vier und hat eindrucksvolle 30 Punkte aufs Konto geschaufelt. Vier mehr als im Abstiegsjahr. Kein Grund also zur Euphorie. Doch Kenner des Geschehens wissen: zwischen diesen beiden Teams liegen mehr als nur vier Zähler. Was ist passiert?

Eintracht Saisonbilanz

Platz: 4
Punkte: 30 – 9S/3U/5N
Heim: 20 – 6/2/1
Auswärts: 8 – 3/1/4
Bester Schütze: Meier 11
Beste Scorer: Meier 11 Tore /2 Vorlagen
Zuschauerschnitt: 47.183 / Auslastung: 91,6 %
Fair-Play-Wertung: Platz 7 / 36 Punkte

Stefan Krieger: Ein glückliches Händchen, eine überdurchschnittliche Quote bei Neuverpflichtungen, jede Menge Glück und ein gehöriges Stück Können sind passiert. Bruno Hübner und Armin Veh haben es verstanden, in der zweiten Liga genau hinzuschauen und die Leute zu holen, die zur Eintracht passen. Und sich dabei im Gründe kaum Fehlgriffe geleistet. Zudem hat die Mannschaft die meisten Spiele wirklich am Limit agieren können. Und so kann es passieren, dass man überraschend auf Platz vier steht. Was aber nur eine Momentaufnahme ist, keine Sorge.

Mario: Müsste sich Heribert Bruchhagen, der Verfechter der Zementtheorie, den Vorwurf gefallen lassen, jahrelang auf die falschen Pferde gesetzt zu haben?

Stefan Krieger: Das wird man am Ende der Saison sehen. Zur Halbzeit ist noch nie abgerechnet worden. Eine zeitlang hat Bruchhagen sicher aufs falsche Pferd gesetzt. Was zu einem Abstieg führte.

Mario: Armin Veh erwiderte im jüngsten Interview anlässlich des Trainingsauftakts auf die Frage, wie schwer der Rucksack mit den 30 Punkten für die Rückrunde im Bezug auf die gestiegene Erwartungshaltung des Umfeldes wiegt, dass er die Zähler keineswegs als Last empfinde, sondern als Sicherheit auf dem Weg zum angepeilten Ziel, dem Klassenerhalt. Glaubt Veh wirklich an viele zufriedene Eintracht-Fans, wenn am Ende kein internationaler Platz heraus springt?

Stefan Krieger: Das hängt davon ab wie die ersten zwei, drei Spiele verlaufen. Zehn Punkte zu ergattern kann zäh sein. Und wenn sich\‘s zieht, wird auch der Fan wieder demütig.

Mario: In der Hinrunde haben sich Stärken und Schwächen der neuen Eintracht – zum Teil eindrucksvoll – gezeigt. Torhüter Kevin Trapp sowie das offensive Mittelfeld zählten zum Besten, was die Liga zu bieten hat. In Abwehr- und Sturmzentrum haperte es hingegen gewaltig. Rückkehrer Marco Russ soll die Probleme hinten lösen, vorne wird dem Vernehmen nach nicht reagiert. “Kein Geld”, sagt Hübner und legt damit das Schicksal der Hessen in die Hände von 11-Tore-Mann Alexander Meier. Ist das klug?

Stefan Krieger: Es ist nicht klug, und das weiß Veh natürlich auch. Es ist den wirtschaftlichen Umständen geschuldet. Und es wird Probleme geben. Nämlich dann, wenn Meier, Schwegler oder Rode einmal länger ausfallen. Sowas kann eine Mittelklassemannschaft halt nicht abfangen.

Eintracht Torhüter

Kevin Trapp – entwickelte sich zum Toptorhüter / Foto: Stefan Krieger / Fr-online.de

Mario: Mit Kevin Trapp, Pirmin Schwegler, Sebastian Rode und Alexander Meier haben es vier Eintracht-Profis auf Anhieb in den erlauchten Kreis der Kicker-Rangliste geschafft. “Internationale Klasse” wird dem Quartett dort bescheinigt. Weitere Eintracht-Profis wie Inui, Aigner, Jung, Oczipka oder Zambrano rangieren zumindest im erweiterten Kreis oder dem Blickfeld, praktisch das komplette Eintracht-Team also. Wie viel Glück braucht ein Trainer, dass, wie bisher, nahezu alles passt?

Stefan Krieger: Einiges. Es gehört viel Planung dazu, aber niemand weiß wenn es los geht, ob’s auch passt. Dann braucht man Glück. Viele enge Spiele sind für die Eintracht gelaufen. Das hätte auch anders ausgehen können. Und schon ist man in der Spirale des Misserfolgs. Das geht ruckzuck.

Mario: Dass bei der Eintracht richtig gute Kicker unter Vertrag stehen, haben die Fans Woche für Woche genießen dürfen. Erfolg macht sexy. Insofern hat der ein oder andereSGE-Profi längst seinen Platz im Notizbuch eines mächtigen nationalen oder internationalen Klubbosses gefunden. Vertragsverlängerungen mit wichtigen Säulen des Teams (Jung, Rode) drohen zu scheitern. Auch die Arbeit von Armin Veh sorgt für Aufmerksamkeit. Ist das Märchen der Eintracht schon bald wieder zu ende, oder steht die Mainmetropole vor einer rosigen Zukunft, zumindest was den Fußball angeht. Bitte schau mal in deine Glaskugel.

Eintracht Sebastian Jung

Sebastian Jung – begehrter Mann auf Rechts / Foto: Stefan Krieger / Fr-online.de

Stefan Krieger: Da regiert der Markt. Ich glaube nicht daran, dass Jung und Rode ihren Vertrag hier erfüllen. Was aber völlig normal ist. Und wenn mit denen nicht verlängert werden kann wird auch Veh kein weiteres Jahr dranhängen. Wir sollten die Situation also genießen. Wer weiß wie lange es noch so gut läuft.

Personalien

Für Hübner gibt es in den nächsten Tagen noch einige Personalien zu klären, der Kader soll optimiert werden. So steht Benjamin Köhler vor einem Wechsel zum 1. FC Kaiserslautern und Dorge Kouemaha zum MSV Duisburg. Die Freiwerdenden Mittel in der klammen Kasse könnten genutzt werden, um die im Raum stehende Verpflichtung von Srdjan Lakic endlich unter Dach und Fach zu bringen. Und auch für Rob Friend, der keinerlei Rolle mehr spielt, wird nach einem neuen Arbeitgeber gesucht.

Saisonziel Prognose

Wie fragil das Gebilde eines unerwartet erfolgreichen Frischlings der Liga ist, würde sich erst zeigen, wenn tatsächlich Leistungsträger wie Meier, Schwegler, Jung oder Rode längerfristig ausfallen. Niemand gönnt das den Hessen. Dennoch muss man konstatieren, dass die Last auf sehr wenige Schultern verteilt ist.

Eintracht Sebastian Rode

Sebastian Rode – explodierte förmlich und steht bei großen Clubs auf der Liste / Foto: Stefan Krieger / Fr-online.de

Sollte es allerdings auch in der Rückrunde ohne große Verletzungssorgen bis zum Saisonfinale weiter gehen, ist den Hessen alles zuzutrauen, denn die erste Elf verfügt über ein enormes spielerisches Potential sowie einer überdurchschnittlichen Offensivabteilung (Meier, Inui, Aigner). Im Idealfall halten die Hessen Platz vier. Selbst wenn es weniger gut läuft, müsste ein gesicherter, einstelliger Mittelfeldplatz drin sein.

Autor Chris Schneider
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